Organisations-Entwicklung

Rollenbasierte Zusammenarbeit

Weshalb der Terz? Wozu braucht es diese Organisationsentwickung und was ist das Ziel dieser Transformation: Wir wollen ein gemeinsames Verständnis der Ziele entwickeln, um den Purpose zu erfüllen, die Idee von Rollen und Kreisen klären, erste Rollen erarbeiten und die nächsten Schritte festlegen.

Was bedeutet rollenbasierte Arbeit?

Im Zentrum dieser neuen Form der Zusammenarbeit steht die Überlegung, statt einer Hierarchie der Menschen eine Hierarchie der Arbeit und der zu erledigenden Aufgaben zu installieren. Klingt zu abstrakt? Du hast sicher auch schon mal erlebt, dass Du Dinge machst, die Du nicht besonders gerne machst und die Du vielleicht auch nicht besonders gut kannst. Aber sie gehören halt zu Deinem Stellenprofil. Mir geht es jedenfalls so. Was wäre, wenn es jemand gibt, der genau diese Dinge gerne macht und gut kann. Und dafür die Dinge, die Du besonders gut kannst, nicht so gerne macht? Wäre es nicht gut, wenn man das kombinieren könnte? Für uns als Organisation und die Kundinnen und Kunden wäre das auch besser: Die Aufgaben würden noch besser erledigt, die Kundinnen würden profitieren und Deine Zufriedenheit als Mitarbeitende würde wahrscheinlich auch steigen.
Nun gibt es das SRK nicht wegen der Mitarbeitenden, sondern wegen unserem Zweck, nämlich vulnerablen Menschen zu helfen. Das ist das wichtigste, unser höchster Zweck, im Sprech der rollenbasierten Welt reden wir dann vom übergeordneten «Purpose». Bei uns heisst der: «Zusammen für hilfebedürftige Menschen da sein, Menschlichkeit leben». Und mit diesem Zweck sind konkrete Aufgaben verbunden. Der Zweck und die damit verbundenen Aufgaben stehen immer im Vordergrund. 
Wir glauben, dass wir die Erfüllung unseres Zwecks und die Einbindung unserer eigenen Kompetenzen besser lösen können, als es heute der Fall ist. Deshalb prüfen wir diese rollenbasierte Welt genauer und schauen uns an, ob das bei uns auch vorteilhaft wäre und ob wir das bei uns auch umsetzen können. 

Wie könnte das nun konkret aussehen?

Mitarbeitende übernehmen spezifische Rollen mit klar definierten Verantwortlichkeiten. Kompetenzen stehen dabei im Vordergrund – es sollte stets die Person entscheiden, die in dem Bereich am kompetentesten ist. Auf diese Weise kann eine agilere Zusammenarbeit gefördert werden.

Die Rollen werden aus Sicht der Organisation definiert (was wird konkret benötigt, um den Zweck zu erfüllen?) und basierend auf den Fähigkeiten und Kompetenzen der einzelnen Mitarbeitenden zugeteilt (wer kann in welcher Rolle am meisten zum gemeinsamen Erfolg beitragen?).

Beim rollenbasierten Arbeiten wird im Unterschied zur traditionellen und starren Stellenbeschreibung nicht nur das Aufgabenprofil, sondern auch der Zweck der Rolle sowie die Verantwortlichkeiten und der Entscheidungsspielraum geklärt. Dies ermöglicht, dass Rollen schnell an sich ändernde Anforderungen der Zusammenarbeit angepasst werden können.

Welches sind die Vorteile von rollenbasierter Zusammenarbeit?

Das Arbeiten mit Rollen statt fixen Funktionen bietet gleich mehrere Vorteile:

  • Effizienz und Produktivität, Selbstwirksamkeit: Eine klare Rollenverteilung ermöglicht es den Mitarbeitenden, ihre Stärken optimal zu nutzen, was zu schnellerer und effektiverer Arbeit führt. Teammitglieder können ihre Kernkompetenzen weiterentwickeln und fundierte Entscheidungen treffen.
  • Flexibilität, Agilität und Offenheit: Rollen können angepasst werden, sodass Teams schnell auf Veränderungen reagieren können, besonders in dynamischen Arbeitsumgebungen. Flexibel veränderbare Rollen reduzieren Macht- und Statusdenken.
  • Fokussierte Expertise: Mitarbeitende können sich spezialisieren und ihr Fachwissen vertiefen, was die Qualität der Arbeit und das Kundenerlebnis verbessert.
  • Verbesserte Kommunikation und Zusammenarbeit, klare Prozesse: Klare Rollen fördern eine bessere Teamkommunikation und Zusammenarbeit. Klar zugeteilte Rollen vereinfachen Prozesse und beschleunigen Entscheidungsfindungen.
  • Mitarbeitendenzufriedenheit und -bindung: Wenn Mitarbeitende in passenden Rollen arbeiten, sind sie zufriedener und engagierter, was die Bindung erhöht.
  • Selbstorganisation und Eigenverantwortung: Rollenbasiertes Arbeiten fördert Selbstorganisation und ermöglicht eigenständige Entscheidungen. Mit klaren Rollen ist die Zuweisung von Verantwortlichkeiten einfacher und messbarer.
  • Klarheit und Fokus: Durch klar definierte Rollen wissen Teammitglieder genau, was von ihnen erwartet wird, was die Effizienz und Arbeitsqualität steigert.
  • Transparenz: Gemeinsam definierte Rollen führen zu mehr Transparenz und weniger Konflikten.
  • Höhere Ausfallsicherheit: Abhängigkeiten von einzelnen Personen werden verringert.

Wie auch im Privatleben ist es durchaus üblich und sinnvoll, wenn Menschen in der Arbeitswelt mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen. Das führt nicht nur zu mehr Effizienz, sondern reduziert auch die Abhängigkeit von einzelnen Personen, teilt die Verantwortung und stärkt die Motivation und Resilienz im Team.

Wie ist eine Rolle aufgebaut?

Es gibt keine allgemeingültigen Rollen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass jede Organisation die passenden Rollen definiert. Eine Rollenbeschreibung sollte klar und umfassend sein, um die Erwartungen und Verantwortlichkeiten der jeweiligen Rolle verständlich kommunizieren zu können. Die erw. BL befasst sich im Moment damit erste Rollenbeschreibungen zu erstellen. 

Und wo stehen wir heute in diesem Prozess?

Die Steuergruppe erhielt in den vergangenen Monaten Inputs und Retraiten mit HEKS Ostschweiz, Bildung SRK SG und Nicole Schenk von Unic. Die Steuergruppe Organisations-Entwicklung ist zum Entschluss gekommen, das Thema vertieft zu bearbeiten und erste Rollen zu definieren, um im weiteren Prozess herauszufinden, ob und in welchem Umfang diese Systematik beim SRK SG eingeführt werden kann, damit dem Vorstand entsprechende Vorschläge vorgelegt werden können.

Diese ersten Rollen sollen bis im Dezember erarbeitet werden, der Vorstand soll im Januar Informationen dazu bekommen und dann entscheiden, ob wir an dem Thema weiterarbeiten oder nicht. 

Bis zu diesem Entscheid arbeiten wir in der gewohnten Systematik weiter. Erhalten wir den Auftrag, uns in Richtung rollenbasierter Zusammenarbeit weiterzuentwickeln, dann werden wir zusammen mit allen Mitarbeitenden die Rollen und Prozess definieren und uns mit weiteren Elementen, wie neuen Meetingformen, übergeordneten Rollen und der Struktur befassen.