In knapp zwei Monaten ist es so weit und 50 Kinder und ihre Begleitpersonen aus der Ukraine reisen an. Sind wir bereit?
Das Projekt nimmt definitiv Form an. Das Programm steht weitgehend und wir machen grosse Fortschritte in der Organisation des lokalen Transports. In wenigen Wochen steht fest, wer alles aus der Ukraine teilnehmen wird, und wir sind intensiv im Austausch mit den Freiwilligen: Wir klären die administrativen Vorgaben und bereiten sie so gut wie möglich auf ihren Einsatz vor - etwa mit Online-Informationsanlässen und einer Schulung zum Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Es gibt noch einiges zu tun, damit wir bestmöglich vorbereitet sind. Aber wir haben ein grossartiges Team, und ich bin zuversichtlich, dass wir gut aufgestellt sind - auch um vor Ort flexibel auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden reagieren zu können, falls wir merken, dass bestimmte Aktivitäten besser ankommen oder mehr Zeit benötigen als geplant.
Wie sieht es aus mit den Freiwilligen. Wieviele haben sich auf den Aufruf bei dir gemeldet?
Über unsere Webseite haben sich 54 Freiwillige aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz registriert. Wir haben die Gruppe auf etwa 40 Personen reduziert – anhand der Nähe zum Veranstaltungsort, ihrer zeitlichen Verfügbarkeit und ihrer Fähigkeiten. Uns ist wichtig, ressourcenschonend zu agieren und möglichst stabile Bezugspersonen für die Kinder zu haben - daher bevorzugen wir Einsätze über mehrere Tage, um Vertrauen aufbauen zu können. Besonders freut mich, dass sich viele ukrainische Personen als Freiwillige gemeldet haben.
Kannst du schon etwas zu den geplanten Aktivitäten sagen?
Ja - auch wenn wir aktuell noch an der Detailplanung arbeiten. Geplant ist ein Ausflug auf den Hohen Kasten mit einer kurzen, einfachen Wanderung, sowie eine Schifffahrt. Wir freuen uns besonders auf den Besuch beim Hundewesen der Kantonspolizei und auf einen Nothilfekurs, der vom Samariterverein für uns durchgeführt wird. Darüber hinaus wird es viele kreative, sportliche und spielerische Angebote geben - von Tischtennis und Badminton über Malen bis zu gemeinsamen Spielen. Ein zentraler Bestandteil ist zudem die tägliche sozialpsychologische Betreuung, die jeden Morgen in drei Altersgruppen stattfindet. Am 2. August erwarten wir Besuch von Unterstützer*innen des Erholungsaufenthalts und feiern gemeinsam den Abschluss mit einem kleinen internen Fest.
Wie wird das Camp finanziert?
Der Kanton St.Gallen unterstützt das Projekt mit einem Beitrag aus dem Nothilfe-Kredit des Lotteriefonds. Weitere Beiträge stammen aus dem Ukrainefonds des SRK und der Humanitären Stiftung SRK, von Unternehmen, Stiftungen und privaten Spenderinnen und Spendern.
Dein persönlicher Wunsch für das Camp 2025?
Mein grösster Wunsch ist, dass der Erholungsaufenthalt wirklich den Bedürfnissen der ukrainischen Kinder und Jugendlichen entspricht: dass sie zur Ruhe kommen, sich erholen, Kind sein dürfen und, dass die Struktur und Betreuung zu ihrer Stabilisierung und entsprechend zu einem verbesserten Wohlbefinden beitragen. Besonders schön wäre es auch, wenn die Freiwilligen, insbesondere jene mit eigener Fluchterfahrung, sowie alle Mitwirkenden aus dem Einsatz gestärkt herausgehen, mit Freude, Zuversicht und dem Gefühl von Verbundenheit.