Bist du gut gestartet?
Christian: Ja, danke. Im Moment sind wir noch in der Findungsphase. Das Gremium besteht aus vier Personen, die alle das erste Mal dabei sind. Jetzt geht es darum herauszufinden, wie wir die Zusammenarbeit am Besten gestalten und wie wir uns organisieren. Wir konnten aber bereits engen Kontakt zur Geschäftsstelle in Bern aufbauen, was für uns sehr wichtig ist. Wir brauchen die Geschäftsstelle als starke Zentrale und die Geschäftsstelle braucht uns als starke dezentrale Organisationen, damit wir vor Ort agieren und den Menschen die optimale Lösung bieten können.
Kannst du uns ein Beispiel nennen, an was die KGL gerade arbeitet?
Christian: Wir begleiten beispielsweise ein Projekt im Bereich "Finanziellen Unterstützung/Einzelhilfe". Die Firma "Rolex" hat dem SRK dafür während Covid-19 einen höheren Beitrag gespendet und den Kantonalverbänden (KV) zur Verfügung gestellt, damit wir finanzielle Unterstützung gewähren konnten. Nun wollen wir das Angebot gerne langfristig fixieren. Da das SRK 24 Kantonalverbände hat, die in unserem föderalistischen System unterschiedlich funktionieren, benötigt es zuerst einmal eine gemeinsame Grundhaltung: Wollen wir uns im Bereich der Armutsbekämpfung engagieren? Wenn ja, wie? Dann muss definiert werden, für was und wen das Geld eingesetzt wird und wie dies von den jeweiligen KV's umgesetzt werden kann. Damit zeigen wir dem Geldgeber auf, dass seine Spende sinnvoll eingesetzt wird. Für die Ausarbeitung wurde eine Projektgruppe mit Fachpersonen geschaffen. Das Konzept kommt an der KGL-Versammlung zur Abstimmung und kann - sofern eine 2/3 Mehrheit erreicht wird - anschliessend von den KV's umgesetzt werden. In der Leitung der KGL koordinieren wir solche Prozesse.
Was stehen in diesem Jahr für wichtige Geschäfte der KGL an?
Christian: Ein Kernthema ist das Projekt "Fil-Rouge - Kooperation SRK". Dabei geht es um die zukünftige Zusammenarbeit aller Rotkreuz-Organisationen, d.h. der Geschäftsstelle, der Kantonalverbände und der Rettungsorganisationen. Verschiedene Erfahrungen und Analyseberichte haben in den letzten Jahren aufgezeigt, dass es verschiedene Störungen und Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit gab und gibt. Dies ist grundsätzlich nicht unüblich in einem föderalistischem System - man sieht das auch an der "Schweiz" mit seinen Kantonen. Das haben wir erkannt. Es wurden Richtungsentscheide zu unserem Verbundsystem gefällt und "Fil Rouge" auf den Weg gebracht. Ziel ist es, mit Vertretungen aus allen Organisationen auf Augenhöhe, strategische und operative Fragen rund um das Rote Kreuz zu klären. Dazu braucht es den Einbezug aller Organisationen, «wetterfeste» Regelungen, Verständnis und gegenseitigen Goodwill. Ziel ist, dass wir unsere Zusammenarbeit verbessern um noch besser auf die Bedürfnisse der vulnerablen Menschen reagieren zu können. Von einer solchen Zusammenarbeit sollen alle Menschen, die unsere Unterstützung brauchen, profitieren. Läuft es gut, werden wir alle etwas näher zusammenrücken. So kann u.a. der Austausch und die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen vereinfacht werden. Dies zum Beispiel mit gemeinsamen IT-Lösungen. Die Kernthemen der KGL sind unsere flächendeckenden und/oder national bedeutsamen Dienstleistungen. Die flächendeckenden wie Rotkreuz- Fahrdienst, Rotkreuz-Notruf, KBH oder der PH-SRK-Kurs werden von fast allen Kantonalverbänden angeboten. Die national bedeutsamen von einer Mehrheit der Kantonalverbände. Deshalb werden beide Typen von der GS SRK mit Support- und Koordinationsleistungen unterstützt.
Das hört sich nach viel Arbeit an, was bedeutet dies für deine Anstellung als Geschäftsleiter beim SRK Kanton St.Gallen?
Christian: Ich rechne mit einem Umfang von 30 Stellenprozenten für dieses Mandat. Es wird dem SRK SG vergütet. Dazu kommt, dass die Umsetzung der neuen Strategie fürs SRK SG ca. 5-10 Prozent Engagement von mir benötigt. Somit bleibt für die Geschäftsleitung vom SRK SG noch ca. 50-60 Prozent. Dies hat somit auch Auswirkungen auf das Arbeitsvolumen einzelner Mitarbeitenden und Bereiche. Beispielsweise hat Elvira den gesamten Bereich Liegenschaften und Personelles übernommen. Weitere Entlastungsmassnahmen z.B. in der Bereichsleitung und im Team Marketing/Kommunikation/Fundraising sind in der Ausarbeitung. Aber selbstverständlich bin ich weiterhin für alle da, wenn Fragen auftauchen und Support benötigt wird. Da ich öfters Sitzungen in Bern habe oder durch Online-Meetings nicht erreichbar bin, ist es am besten wenn ihr euch zur Terminkoordination an Andrea Pitsch wendet.